Die Rolle von Ultraschallgeräten für Schafe bei der Trächtigkeitserkennung bei kleinen Wiederkäuern

Ultraschallgerät für SchafeUltraschalluntersuchungen können zur Trächtigkeitserkennung eingesetzt werden, um das Reproduktionsmanagement von kleinen Wiederkäuern in verschiedenen Produktionsszenarien zu verbessern – von extensiven Produktionssystemen mit Schwerpunkt auf Wollproduktion bis hin zu intensiven Produktionssystemen mit Fokus auf Fleischproduktion und Fruchtbarkeitsgenetik. Ultraschalluntersuchungen haben sich als kostengünstige und präzise Methode zur Bestimmung des Trächtigkeitsstatus, des Trächtigkeitsstadiums und der Wurfgröße erwiesen. Durch die Gruppierung der Tiere nach Trächtigkeitsstatus, -stadium und/oder Wurfgröße können Betriebsleiter die Produktivität steigern, die Ressourcennutzung optimieren und die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Schafe bzw. Herden verbessern.

Ultraschallgerät für Schafe

Die Ultraschall-Trächtigkeitsuntersuchung bei Schafen ermöglicht eine optimierte Futterverteilung. Durch die Trennung der Mutterschafe nach Trächtigkeitsstatus können nicht-trächtige Tiere aussortiert werden, die dann aufgrund des geringeren Bedarfs geschlachtet oder mit weniger Futter versorgt werden können. In manchen Produktionssystemen führt das Verbleiben nicht-trächtiger Tiere in der Gruppe der trächtigen Tiere zu Übergewicht. Dies ist nicht nur eine Verschwendung von Futterressourcen, sondern kann auch versteckte Kosten verursachen, beispielsweise die Unfähigkeit dieser Tiere, sich nach erneuter Trächtigkeit fortzupflanzen, oder ein erhöhtes Risiko für Ketose, falls sie trächtig werden. In fruchtbaren Herden ermöglicht die Gruppierung nach Wurfgröße eine bessere Futterverteilung, insbesondere in den späteren Trächtigkeitsstadien, wenn der Nährstoffbedarf am stärksten variiert und sich je nach Wurfgröße am deutlichsten ändert. Die Anzahl der Einzellämmer kann reduziert werden, wodurch mehr und hochwertigeres Futter für die Vermehrungstiere zur Verfügung steht. Dies führt zu besseren Trächtigkeitsergebnissen in der gesamten Herde. Die Auswertung der Fötuszahlen ist am nützlichsten bei Herden mit mehreren produktiven Tieren im Vergleich zu Herden mit einer Ablammrate von unter 120 %.

Ultraschalluntersuchungen bei Schafen ermöglichen eine optimierte Fütterung, die den Bedürfnissen der Tiere während der Trächtigkeit gerecht wird. In intensiven Produktionssystemen mit präziser Fütterungssteuerung können die Tiere exakt nach Trächtigkeitsstadium und Wurfgröße ernährt werden. Durch die Nutzung dieser Informationen zur Gruppierung und bedarfsgerechten Fütterung der Tiere wird das Auftreten von Stoffwechselerkrankungen reduziert und die Ernährung von Muttertier und Fötus optimiert.

Die Fruchtbarkeitssteuerung bei Schafen lässt sich durch Ultraschalluntersuchungen optimieren. In intensiven und extensiven Produktionssystemen ermöglicht die Gruppierung nach Anzahl der Föten und Trächtigkeitsstadium eine Steigerung der Arbeitseffizienz bei der Geburt. Durch die Trennung von Mutterschafen mit potenziell höherem Geburtsaufwand (Mutterschafe mit Mehrlingen neigen eher zu schwierigen Geburten und Fehlgeburten) von Mutterschafen mit weniger Föten (Mutterschafe mit Einlingen) können Ressourcen (Arbeitskräfte, windgeschützte Geburtskoppeln, wärmere Ställe) gezielt eingesetzt werden, um optimale Geburtsverläufe zu erzielen.

Ultraschalluntersuchungen bestimmen den optimalen Zeitpunkt zum Trockenstellen laktierender Tiere im Melkstand. Die Entscheidung hierfür kann unter Berücksichtigung des Trächtigkeitsstadiums und -status getroffen werden. Dies ermöglicht ein optimales Trockenstellen der Tiere und trägt somit zu einer besseren Milchleistung und Herdengesundheit bei.

Ultraschalluntersuchungen ermöglichen die Früherkennung trächtiger Mutterschafe. Durch die frühzeitige Feststellung einer Trächtigkeit können nicht trächtige Tiere verkauft werden, solange sie noch einen hohen Marktwert haben (unter 12 Monaten). Die Fähigkeit zur Fortpflanzung vor dem ersten Lebensjahr kann als Selektionskriterium zur Steigerung der Lebensleistung genutzt werden, da Lämmer im Alter von 12 bis 15 Monaten nachweislich eine höhere Lebensleistung aufweisen als nicht fortpflanzungsfähige Mutterschafe.


Veröffentlichungsdatum: 12. Mai 2025