Anwendungen von Ultraschallgeräten für Nutztiere

Anwendung vonUltraschallgeräte für Nutztiereim Rindermanagement

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Die Einführung von Ultraschallgeräten für Nutztiere hat die Forschung in den Bereichen Rinderreproduktionsphysiologie und Lebendtierbeurteilung erheblich gefördert und beschleunigt. Der Einsatz von Ultraschall in der Rinderreproduktionsforschung hat unser Verständnis der Ovarialphysiologie, der frühen Embryonalentwicklung, der Follikelwellendynamik und von Fortpflanzungsstörungen vertieft. Ultraschallgeräte für Nutztiere werden häufig zur Entwicklung kontrollierter Zuchtprogramme eingesetzt, die Brunst- und Ovulationssynchronisation umfassen, um eine effektive, zeitlich abgestimmte künstliche Besamung zu erreichen.

Praktische Anwendungen von Ultraschall in der Rinderreproduktion umfassen die Darstellung der Eierstöcke als diagnostisches Hilfsmittel, die Untersuchung und Bestätigung von Eierstockzysten, die Früherkennung von Trächtigkeit, die Bestimmung des fetalen Geschlechts und die Identifizierung von Zwillingen. Zu den spezialisierteren reproduktionsmedizinischen Anwendungen zählen die Follikelpunktion (Eizellentnahme) und die Follikelablation. Die Beurteilung von Lebendtierkörpern ist ein weiteres wichtiges Forschungsgebiet. Jüngste Fortschritte in der Software zur Bildinterpretation von Schlachtkörpern ermöglichen eine hochpräzise Schätzung der Ribeye-Fläche, des Rückenfetts, des intramuskulären Fettanteils und des Hüftfetts. Messungen mit Ultraschallgeräten für Nutztiere werden zur Datenerhebung für die genetische Bewertung von Zucht- und Mastrindern genutzt. Dadurch wird der Fokus von der Nachkommenprüfung auf Basis tatsächlicher Schlachtkörperdaten hin zu einer hochpräzisen Beurteilung von Bullen in jüngerem Alter verlagert.

Mehrere Zuchtverbände nutzen derzeit Ultraschalldaten zur Schätzung der Zuchtwerte (EPD – Expected Progeny Differences) von Schlachtkörpern. Studien haben gezeigt, dass Ultraschallgeräte für Nutztiere Rinder in Mastbetrieben effektiv sortieren können, um die Selektion und Mast vor der Schlachtung zu optimieren. Die Zukunft der Schlachtkörper-Ultraschallanalyse umfasst die kontinuierliche Aktualisierung bestehender Softwaremodelle und Algorithmen, die Entwicklung automatisierter Softwarepakete sowie potenzielle Anwendungen zur Identifizierung von Faktoren, die die Zartheit des Fleisches bestimmen. In naher Zukunft wird die praktische Anwendung von Ultraschallgeräten für Nutztiere in der Rindfleischindustrie gängig sein. Die generierten Daten werden sich positiv auf die Zuchteffizienz und die Schlachtkörperqualität auswirken.

Entwicklung und Anwendung von Ultraschallgeräten für Nutztiere in der Schweinehaltung

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Der Einsatz von Ultraschallgeräten in der Schweinehaltung konzentriert sich hauptsächlich auf die Beurteilung von Rückenspeck, Augenmuskulatur und Reproduktionsstatus. Bereits 22 Tage nach der ersten Besamung von Sauen kann der Trächtigkeitsstatus mithilfe von Ultraschallgeräten präzise festgestellt werden. Zukünftige Forschungen zur Körperzusammensetzung, Muskelqualität und Reproduktionsbiologie sowie verbesserte Bildgebungsverfahren werden zu neuen, innovativen Anwendungen führen.

Ultraschallgeräte für Nutztiere helfen nicht nur bei der Früherkennung von Trächtigkeit, sondern unterstützen auch Schweinehalter dabei, den Gesundheits- und Reproduktionsstatus ihrer Tiere besser zu verstehen und zu steuern. Die präzisen Messungen und die Echtzeit-Bildgebung dieser Geräte ermöglichen es Züchtern, Zuchtsauen gezielter auszuwählen und zu betreuen, wodurch die Gesamtproduktivität und Wirtschaftlichkeit der Schweinehaltung verbessert werden.

Anwendung von Ultraschallgeräten für Nutztiere zur Beurteilung des Reproduktionsstatus von Geflügel

Ultraschallgeräte werden seit vielen Jahren zur Beurteilung des Fortpflanzungsstatus von Menschen und anderen Säugetieren eingesetzt. Bei Geflügel sind die Hauptfortpflanzungsorgane beider Geschlechter vollständig im Körperinneren verborgen, was eine visuelle Beurteilung des Fortpflanzungsstatus erschwert. Da zudem der Wert einzelner Hennen und Hähne in integrierten Produktions- und Haltungssystemen relativ gering ist, wurde die Reproduktionsleistung einzelner Tiere bisher kaum untersucht, was zu Herdenmanagementprogrammen geführt hat.

In den letzten Jahrzehnten wurden die genetischen Ressourcen zur Entwicklung von Zuchttieren in eine begrenzte Anzahl von Elitelinien integriert, die sich im Besitz weniger Unternehmen befinden. Diese Unternehmen wenden strenge Selektionsverfahren an und behalten typischerweise nur die besten 0,1 % bis 10 %, um reinrassige Zuchttiere zu erzeugen. Diese Elitetiere dienen dann der Erzeugung von Urgroßeltern für die Nachzucht. Aufgrund des hohen Reproduktionspotenzials von Geflügel produzieren reinrassige Hähne und Hennen letztendlich Millionen Pfund an Produkten. Ultraschallgeräte für Nutztiere wurden zur Beurteilung des Reproduktionspotenzials eingesetzt, vor allem bei Hennen, Masthähnchen- und Legehennen-Zuchttieren. Die Ergebnisse zeigen, dass Ultraschall als Instrument zur Selektion von Tieren mit gut ausgebildeten, normalen Follikelhierarchien oder Hodenentwicklung bei Hähnen verwendet werden kann.

Das Potenzial für den Einsatz von Ultraschallgeräten in der Tierhaltung, insbesondere bei domestizierten und bedrohten Vogelarten, ist enorm und bedarf weiterer Untersuchungen. Mit fortschreitender Technologie wird die Anwendung von Ultraschallgeräten in der Geflügelzucht zunehmen und einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Reproduktionseffizienz und Produktionsqualität leisten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ultraschallgeräte in der Tierhaltung eine immer wichtigere Rolle spielen. Ob bei Rindern, Schweinen oder Geflügel – der Einsatz von Ultraschalltechnologie treibt den Fortschritt in der Tierzucht und im Gesundheitsmanagement kontinuierlich voran. Dank ständiger technologischer Weiterentwicklungen und erweiterter Anwendungsbereiche werden Ultraschallgeräte in der Tierhaltung künftig eine noch größere Bedeutung in der landwirtschaftlichen Produktion haben.


Veröffentlichungsdatum: 11. Juni 2024